: Unternehmensbewertung



Grundsätze der Bewertung

Nach herrschender Meinung der Betriebswirtschaftslehre, im Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und in der Rechtssprechung wird der Wert eines Unternehmens nach dem Barwert der zukünftigen erwarteten Gewinne bzw. der zu erwartenden Cashflows bestimmt.

Diese beiden Verfahren, das Ertragswertverfahren, überwiegend in Deutschland angewandt oder das Discounted Cashflow-Verfahren, überwiegend in USA angewandt beruhen als mathematische Berechnung auf dem Wesen des Kapitalisierungsvorganges.

Durch diese Aussage ist der Wert eines Unternehmens stets zukunftsbezogen. Der Ertragswert basiert auf den zukünftigen zu erwartenden Gewinnen, das Discounted Cashflow-Verfahren auf den zukünftigen zu erwartenden Cashflows und auf der Vermögens- und Finanzstruktur. Die Vergangenheitsergebnisse und die am Stichtag vorhandene Substanz sind nicht unerhebliche Orientierungshilfen und werden auch zur Bewertung herangezogen.

Folglich sind der Ermittlung des Unternehmenswerts im allgemeinen Planungsrechnungen über die erwartete Unternehmensentwicklung zugrunde zulegen.

Bei diesen Bewertungsverfahren hat die im Unternehmen gebundene betriebsnotwendige Vermögenssubstanz im Gegensatz zum Stuttgarter Verfahren oder anderer Substanzverfahren keine eigene wertbildende Funktion. Die Werte der Substanz (Anlagevermögen, Forderungen) sind Zwischenwerte der Umwandlungsprozesse im Unternehmen. In diesem Sinne sind sie Bestandteil entweder des Ertragswertes oder des Liquidationswertes. Wird das Unternehmen fortgeführt, so stellen die in Sachwerten gebundenen Kapitalbeträge Bestandteile der zukünftigen Überschüsse dar.

Die Einbeziehung von Substanzwert und Ertragswert in eine Formel zur Ermittlung des Unternehmenswertes verbindet Werte verschiedener Natur. Eine theoretische schlüssige Begründung dieser Verfahren ist deshalb grundsätzlich nicht möglich.